Tagesgeld Ratgeber 2
Zinsen: Der Zinssatz für Tagesgeld ist immer variabel. Das bedeutet, er kann sich ändern und ändert sich auch. Wenn Sie heute lesen, die Bank XY bietet 3,00 % Zinsen auf das Tagesgeld, kann diese Information in einer Woche schon wieder falsch sein. Natürlich ist es kein Glückspiel, wie gut oder schlecht Ihr Tagesgeldkonto verzinst wird. Vielmehr orientieren sich die Banken am Finanzmarkt und dem Leitzins der europäischen Zentralbank (EZB). In wirtschaftlich schlechten Zeiten senkt die Zentralbank den Zinssatz um damit neues Wachstum zu generieren. Kredite werden dann günstiger und die Guthabenzinsen auf Konten sinken. Dieser Vorgang soll an dieser Stelle jedoch nicht weiter vertieft werden. Tagesgeld ist also eine Anlageform, bei der die zu erwartende Rendite nicht im Vorfeld zu berechnen ist. Aber keine Angst: Zinssenkungen finden in der Regel nicht alle paar Wochen statt. Normalerweise sind nur wenige Zinssenkungen oder Erhöhungen in einem Jahr zu beobachten. Anders sieht es hingegen bei Festgeldanlagen aus. Der Zinssatz wird im Vorfeld festgelegt und gilt garantiert für die vereinbarte Laufzeit. Dafür ist Ihr Tagesgeld jederzeit verfügbar und in der Einlagenhöhe flexibel. Festgeldkonten sind oft nur mit hohen Mindesteinlagen ab 5.000 € möglich und eine Verfügung ist während der Anlagedauer auch ausgeschlossen. Der Unterschied liegt darin, dass die Bank bei einer Festgeldanlage sicher mit dem Geld des Kunden rechnen kann. Banken arbeiten mit dem Geld und sind auf Einlagen angewiesen. Ein Kunde mit einem Tagesgeldkonto kann jederzeit sein Geld abziehen und anderweitig verwenden. Die Bank kann also nicht oder nur schwierig mit dem Geld planen. Dafür sind die Zinsen für Tagesgeld in der Regel etwas schlechter als für Festgeld. Der Zinssatz für Tagesgeld wird per anum (p.a.) angegeben.
Zinsgutschrift: Für Tagesgeldkonten gibt es drei gebräuchliche Arten der Zinsgutschrift. Entweder erfolgt sie jährlich, vierteljährlich oder monatlich. Die meisten Banken schreiben die Zinsen auf Ihrem Tagesgeldkonto viermal im Jahr, also vierteljährlich gut. Einigen Banken wie z.B. die Mercedes-Benz Bank oder die Volkswagenbank hingegen schreiben monatlich die Zinserträge gut. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass die Zinsen im nächsten Monat mit verzinst werden und somit eine höhere Effektiv-Rendite durch den Zinseszins-Effekt entsteht. Bei der vierteljährlichen Gutschrift fällt dieser positive Effekt etwas moderater aus. Einige wenige Banken haben die jährliche Zinsgutschrift aus 31.12 eines jeden Jahres gelegt. Hier tritt der Zinseszins-Effekt erst im nächsten Jahr auf. Die Gutschrift erfolgt immer auf das Tagesgeldkonto selbst. Eine direkte Überweisung auf das Girokonto ist nicht möglich. Natürlich könnten Sie theoretisch jeden Monat oder jedes Vierteljahr den Zinsertrag entnehmen. Die Flexibilität Ihrer Tagesgeldanlage macht es möglich.
Aktionszinsen: Unter Aktionszinsen versteht man einen erhöhten Zinssatz, der für einen bestimmten Zeitraum gilt und meistens nur Neukunden angeboten wird. Mit solchen Angeboten zielen die Banken auf ein gut laufendes Neukundengeschäft ab um frisches Kapital einzuholen. Gewöhnlich sind Aktionszeiträume von z.B. 6 Monaten nach Kontoeröffnung oder auch fristgebundene Zeiträume. So könnte eine Bank im Oktober z.B. mit einem erhöhten Zinssatz für Neukunden bis zum 31.01 des Folgejahres werben. Statt 3 % Zinsen die für alle Kunden gelten, erhält der Neukunde dann beispielsweise 4 % auf das Tagesgeld bis zum 31.01 des kommenden Jahres. In der Regel sind die Aktionszinsätze in der Anlagenhöhe begrenzt. Üblich sind Höchstgrenzen von 50.000 € oder auch 100.000 €. Jeder Euro über einer solchen Grenze wird dann mit dem Standardzinssatz der Tagesgeldkonditionen verzinst. In unserem Beispiel wären das 3,00 %. Achtung: Viele Tagesgeld-Sparer machen so genanntes „Zinshopping“. Das bedeutet, der Kunde wechselt nach dem Ablauf des Aktionszeitraumes die Bank und profitiert so von einem weiteren Neukundenbonus. Da viele Banken Aktionszinssätze anbieten, ist dieser Vorgang mehrfach möglich. Beachten Sie jedoch das pro Bank immer nur ein Tagesgeldkonto eröffnen werden kann. Von einem neueren, besseren Tagesgeldangebot können Sie nach Kontoeröffnung bei derselben Bank dann nicht profitieren.